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| Geschichte des Kassel-Relais DB0XE von Ralf Klusmann - DJ1XJ |
1. Die Anfänge
Noch bis zum Beginn der 70er Jahre wurde auf
den UKW-Bändern Funkbetrieb vornehmlich in
AM gemacht. Erst als die Deutsche Bundespost
das Kanalraster des NöbL’s von 50 auf 25
kHz verringerte, wurden große Mengen von
Betriebsfunkgeräten verschrottet und durch
neue 25-kHz-Geräte ersetzt. Die alten Funkgeräte
kamen auf den Markt und wurden für 50
oder 100 DM an Funkamateure verkauft oder
teilweise von den Firmen direkt an die Interessenten
verschenkt.
Der damalige OVV des OV Kassel, Hans-
Joachim Rippin (DL8NR), besorgte eine ganze
Reihe von Mobilfunkgeräten der Fa. Siemens,
die von einer ihm bekannten Firma ausgemustert
werden mussten und verteilte sie an Interessenten
des Ortsvereins. Außerdem war eine
Feststation dabei, die dem Verfasser zum Umbau
in ein FM-Relais zur Verfügung gestellt
wurde.
Die ersten Versuche fanden im Frühjahr 1971
von der Hasenhecke in Kassel aus statt. Dort
befand sich zur damaligen Zeit ein im zweiten
Weltkrieg teilweise zerstörter Gebäudekomplex,
der kein dichtes Dach und keine Fenster
hatte. Die Liegenschaft stand im Besitz der
Bundesvermögensverwaltung und wurde teilweise
von einem Fuhrunternehmer genutzt.
Wir erhielten die Genehmigung, in einem der
Räume im Obergeschoss ein Relais zu installieren
und die entsprechenden Antennen zu
errichten.
Zunächst war ein Anschluss an die Stromversorgung
erforderlich. Dieser wurde bei einer
Firma vorgenommen, die ein Lager in dem
Gebäudekomplex unterhielt. Über einen Zwischenzähler
wurde die Abrechnung des
Stromverbrauches vorgenommen. Das eigentliche
Relais musste auf einem Stuhl aufgebaut
werden, der so aufgestellt wurde, dass er bei
Regenwetter nicht nass wurde. Die leere Türöffnung
wurde mit einer alten Holztür provisorisch
geschlossen. Das Dach war so undicht
und der Fußboden so schief, dass man nach
einem Dauerregen den Raum nicht betreten
konnte, ohne nasse Füße zu bekommen.
Aus einem Protokoll über eine Zusammenkunft
„Norddeutsche Relaisstellen“ auf dem Steinberg
bei Goslar am 4. April 1971 stammt folgender
Auszug aus den Berichten der so genannten
„Relaisverantwortlichen“, die es ja offiziell
noch nicht gab:
Northeim, DJ3KF:
Das Wieter-Relais arbeitet als reiner Mobilumsetzer
mit 5 Watt Leistung auf 144,15/145,85
MHz. Das Relais wird vom OV Lindau betrieben.
Detmold, DK3RC:
Ein Umsetzer wurde gebaut, der Probebetrieb
läuft bereits, und man wartet auf Lizenzierung.
Das Relais arbeitet mit Rundstrahlcharakteristik
vertikal polarisiert und 12 Watt Leistung zurzeit
auf 144,15/145,85 MHz.
Kassel, DJ1XJ:
Umsetzer läuft seit drei Wochen im Probebetrieb
mit 10 Watt Leistung auf 144,15/145,85
MHz. Lizenz ist beantragt.
Man erkennt also deutlich, dass die Relais alle
auf den gleichen Frequenzen betrieben wurden.
Wegen der bereits aufgetretenen gegenseitigen
Beeinflussungen wurde ein neues Kanalraster
beschlossen, nämlich
Kanal 1: 144,15 / 145,75 MHz
Kanal 2: 144,20 / 145,80 MHz
Kanal 3: 144,25 / 145,85 MHz
Dem Wieter-Relais und dem Teuto-Relais
wurde Kanal 3 und dem Kassel-Relais Kanal 1
zugeteilt.
Am 16. April 1971 wurden bereits die Quarze
für den neuen Relaiskanal bestellt. Die Frequenzumstellung
sollte bis zum 1. September
1971 abgeschlossen sein. Erst am 9. September
1971 wurde der bereits vor Monaten über
den UKW-Referenten des DARC gestellte Antrag
auf Genehmigung einer UKWRelaisfunkstelle
bei der OPD Frankfurt eingereicht.
Die Sende- und Empfangsgenehmigung
der OPD ging am 29. Dezember 1971 ein. Als Rufzeichen wurde DB0XE zugeteilt. (s. Abb.)

Bereits mit Schreiben vom 30. Mai 1972 und
später mit Schreiben vom 11. Oktober 1972
teilte der UKW-Referent Jochen Schilling
(DJ1XK) mit, dass die Relaiskanäle aufgrund
der IARU-Region-1-Beschlüsse anders aufgeteilt
werden sollten und dass besonders anstelle
des bisher üblichen Rasters von Sende- und
Empfangsfrequenz von 1600 kHz ein solches
von 600 kHz eingeführt werden sollte. Dies
wäre jedoch nur mit einem sehr großen Filteraufwand
machbar, der für Amateure unzumutbar
sei. |
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